Kleine Strolche

 

 

 

Wir (die kleinen Strolche) sind ein Zusammenschluss von Student*innen, die hier an der Universität und auch darüber hinaus emanzipatorische Gesellschaftskritik und Politik betreiben. Dabei sind wir hier seit vielen Jahren eine kraftvolle, kritische und vor allem linke Stimme im Studierendenrat (StuRa).

Wir begreifen die selbstständige Studierendenschaft als politisch, d.h. als Feld, auf dem gesellschaftliche Konflikte ausgetragen werden. Deshalb treten wir (im Gegensatz zu den meisten anderen Hochschulgruppen) antisemitischen, rassistischen, antifeministischen, nationalistischen, faschistischen und allgemein menschenfeindlichen Ideologien und Gruppen in der oder im Umfeld der Studierendenschaft aktiv und offensiv entgegen. Wir beschäftigen uns politisch mit ihnen, nicht bloß in Form von Verfahrensvorschlägen und Verwaltungsakten. In der Vergangenheit betraf dies vor allem die Auseinandersetzung mit Burschenschaften, islamistischen Gruppen, denen wir das Leben möglichst schwer machen, und mit geplanten AfD-Veranstaltungen an der Uni, die schließlich verhindert wurden.

Außerdem stellen wir uns gegen die von staatlichen Zwangsmaßnahmen unterstützte fortschreitende Durchsetzung marktwirtschaftlichen Denkens und Handelns in Wissenschaft und Bildung. Diese fördert die allgemeine Ausrichtung der Forschung auf einzuwerbende Drittmittel, durch die Hochschulen immer weiter gesamtgesellschaftlichen Verwertungslogiken unterworfen werden. Kritische Forschung an Hochschulen, und daran hängend auch kritische Lehre, wird dadurch zunehmend marginalisiert.

Schwierig wird dies spätestens dann, wenn selbst für erkannte Probleme nur noch affirmative Lösungen denkbar werden. Strukturellen Verwerfungen im staatlichen Gewaltapparat wird so in erster Linie mit mehr Kompetenzen für die Gewaltmonopolist*innen begegnet. Die für den Kapitalismus notwendige Ausbeutung von Mensch und Natur inklusive Umweltzerstörung und der Zersetzung der körperlichen und geistigen Gesundheit soll lediglich besser organisiert werden, die Notwendigkeit der Ausbeutung und Zerstörung selber wird aber nicht angerührt.

Über tatsächlich grundsätzliche Veränderungen des menschlichen Zusammenlebens und vor allem der Produktion kann so nicht gedacht werden. Als Ausweg wird bewusster individueller Konsum (oder eben Verzicht) zur wesentlichen Triebkraft gesellschaftlicher Veränderung erklärt, während anderen, die diesem Beispiel nicht folgen, dies moralisch zur Last gelegt wird. Oft ohne Rücksicht auf eventuelle soziale und finanzielle Umstände, die den korrekten Konsum von vornherein unmöglich machen.

 

 

 

Aus dem Blick geraten dabei Systemzwänge, die Unternehmen zur größtmöglichen Ausbeutung natürlicher und menschlicher Ressourcen nötigen, wollen sie nicht durch kostspielige Rücksicht auf diese Ressourcen ins Hintertreffen der Konkurrenz gelangen. Ebenso können Staaten bei durchaus möglicher Umweltschutzgesetzgebung nicht frei verfahren. Sie sind zum Selbsterhalt darauf angewiesen, an ihrem Standort möglichst profitable Verwertungsbedingungen anzubieten, um die eigene Stellung in der Weltmarktkonkurrenz zu behaupten.

Auf Grundlage dieser Zwänge stehen auch bisher nicht waren- und marktförmig organisierte Bereiche der Gesellschaft unter Druck, selbst verwertbar zu werden oder zumindest verwertbare Ergebnisse hervorzubringen.

Die Ablehnung der Verwertung immer weiterer Teile unserer aller Leben bedeutet für uns zur Zeit und unter den gegebenen hochschulpolitischen Verhältnissen den Einsatz für bessere Arbeits- und Studienbedingungen an der Universität, gegen das Instrument der Regelstudienzeit, gegen jede Form von Studiengebühren, gegen Leistungszwang und Konkurrenz.

Während wir also als Hochschulgruppe Hochschulpolitik im weiteren Sinne betreiben ist unser Anspruch ein gesamtgesellschaftlicher. Die Universität ist keine Insel außerhalb dieser Gesellschaft. Sie kann nicht dauerhaft gegen den Ansturm der Bedürfnisse der Tauschgesellschaft und des kapitalistischen Verwertungszwangs verteidigt werden, wenn diesen Kräften in der Gesellschaft keine wirksame Opposition gegenübersteht. Wir streben daher nicht bloß Reparaturen und Reformen des Bildungssystems und der Universität an, sondern ein selbstbewusstes und solidarisches Miteinander, das sich kritisch mit den kapitalistischen Verwertungs- und Vereinzelungsmechanismen auseinandersetzt und diese überwindet.

Wenn euch das nicht genug linke Hochschulpolitik ist: Kommt außerdem zu unseren Treffen, die jeden ersten Montag im Monat um 16 Uhr im Café Mano Negra (Alte Münze 12, im AStA-Tunnel) stattfinden.

Organisiert euch und bildet Banden!

 

https://www.facebook.com/Kleine-Strolche-Linke-Hochschulgruppe-an-der-Uni-Osnabr%C3%BCck-1487247264911358/

 

Anhang: